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16.04.2017

Lesezeit: etwa 4 Minuten

Ostern – ein christliches Fest?

OsterbrunnenNicht nur in Kreuzworträtseln wird Ostern gern als daschristliche Fest bezeichnet, dessen Sinn im Gedenken an den Tod Christi und dessen Auferstehung besteht. Wer die Meinung vertritt, dass es schon älter und heidnischen Ursprungs ist, wird auch gleich als „Nazi“ – dem allgemein üblichen Totschlagwort – bezeichnet, weil in der Zeit des Nationalsozialismus Wissenschaftler sich mit unserem Brauchtum und dessen Herkunft beschäftigten und darüber schrieben. Aber die „Encyclopedia Britannica“, die aus dem 18. Jahrhundert stammt und – wie schon der Name sagt – aus England, der man also nicht unterstellen kann, von „Nazis“ verfasst worden zu sein, schreibt: „Im Neuen Testamen und in den Schriften der apostolische Väter deutet nichts auf die Beobachtung des Osterfestes hin. Der Gedanke, dass gewisse Zeiten besonders heilig seien, war den ersten Christen fremd.“

Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Gründe dafür, dass Ostern nichts mit Jesus Christus zu tun hat. Schon das Datumist ein wesentlicher Beweis, ist Ostern doch immer am Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. Wenn es sich um den Tod und die Auferstehung des Jesus handeln würde, müsste es doch jedes Jahr am gleichen Datum sein. Oder wer gedenkt schon des Todestages z.B. seines Vaters mal im März, mal im April?

Welche Rolle spielt der Osterhaseim Christentum?  Keine. Wegen seiner zahlreichen Nachkommenschaft ist er ein Sinnbild der Fruchtbarkeit (siehe auch das Sprichwort „Jemand vermehrt sich wie die Kaninchen“) ebenso wie das Ei, aus dem das Leben entsteht. Natürlich gibt sich die Kirche große Mühe, doch noch einen christlichen Hintergrund zu konstruieren. So erklärte der Freiburger Prof. Werner Mezger, dass früher in der Fastenzeit auch keine Eier gegessen werden durften (entspricht den heutigen Veganern...) und sich deswegen Eierberge angesammelt haben, die irgendwie verwertet werden mussten, was dann zum Färben führte. Deswegen auch die früher hauptsächlich dafür verwendete rote Farbe als „Blut Christi“. Warum aber werden sie vom Osterhasen versteckt? Und warum verschenkt man sie gern Freunden, der Geliebten usw.? Die haben doch selbst genug angesammelt...

Und auch das Osterwasser,das früher Mädchen und Frauen bei Sonnenaufgang schweigend aus der Quelle holten und sich davon Fruchtbarkeit, Schönheit und Gesundheit versprachen, hat sich die Kirche angeeignet. Mit dem Osterwasser, das in der Osternacht geweiht wurde, werden das ganze Jahr über die Kinder getauft.

Wir haben schon bei den Faschingsbräuchen gesehen, dass es in dieser Zeit nach dem Winter um die erwachende Natur und den Sieg des Lebens geht. Nach der Kälte und Dunkelheit bringt die stärker strahlende Sonne wieder Licht und Wärme. Sie wird verkörpert im Feuer. Auch das Osterfeuer wurde früher auf besondere Art entzündet: es wurde aus einem Stein geschlagen oder mit einem Brennglas entfacht. Die Asche wurde dann als fruchtbringend auf die Felder gestreut. Die Kirche hat auch das Osterfeuer übernommen und entzündet es vor der Kirche mit der Osterkerze. Beide – Osterkerze und Osterfeuer – werden als Symbol für die Wiederauferstehung Christi missbraucht, wofür man ebenfalls in der Bibel keinerlei Hinweis findet.

In den Städten ist es heute kaum noch üblich, Osterfeuer zu entzünden. Auf dem Land brennen sie noch gelegentlich auf einem nahen Berg oder einem besonderen Platz. In Gemeinschaften wird dieser Brauch nun wieder verstärkt gelebt. Für das Feuer gilt grundsätzlich, was wir vom Sonnwendfeuer kennen. Während wir für die Sonnwendfeier viel Material für die Gestaltung haben, ist für das Osterfeuer weniger bekannt. Es eignen sich dafür die Frühlingslieder wie „Wenn die Stürme Leben wecken“, „Nun will der Lenz uns grüßen“, „Wenn der Frühling kommt“, „Es geht eine helle Flöte“ usw., während die ausgesprochenen Osterlieder oft Kinderlieder sind. Es ist schön, wenn ein Osterbrot gebacken wird, von dem alle Teilnehmer sich ein Stück nehmen und essen können.

Osterfeuer

Morsches Holz und Reisiggerten,

was nicht taugt, muß Asche werden.

Welkes Gras, verlauf’nes Laub,

Borkenrest wird Flammenraub.

Und wir werfen noch hinein

Haß, Begier und Herzenspein.

Was uns schwach und krank gemacht

in der langen Winternacht,

wird wie Spreu, vertrocknet Moos

lodern auf im Feuerstoß.

Was vertan ist, muß vergehn,

wird verwandelt neu erstehn.

Flamme steil gen Himmel loht:

Welt wird heil, zu Leben Tod.

Dunkler Rauch zerfließt im Blau.

Nachts fällt Regen, sinkt der Tau.

Morgens ist die Erde grün:

Aus der Asche wird es blühn.

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