Osterbrauchtum: Der “Palmsonntag”
Das Osterfest wir heute gern als das Hauptfest der Christen bezeichnet. Es ist aber viel älter und germanischen Ursprungs, das alte Frühlingsfest.
Schon während der Fasnet finden wir viele Bräuche zur Erweckung der Natur aus dem Winterschlaf. Der Kampf zwischen Winter und Sommer/Frühling wird nicht nur in alten Liedern und Singspielen geschildert, wir erleben ihn selbst jedes Jahr von neuem. Umso mehr freuen wir uns am ersten Grün, den ersten Blumen und Blüten.
Die eigentliche Osterzeit beginnt mit dem Grünen Sonntag – christlich „Palmsonntag“ genannt. Schon lange, bevor die Geschichte bei uns Einzug hielt, dass Jesus auf einem Esel in Jerusalem eingeritten sei und man ihm Palmblätter (von echten Palmen) zu Füßen legte, hat man an diesem Tag die ersten grünenden und blühenden Zweige als Zeichen des Sieges des Frühlings über den Winter ins Haus geholt und mit bunten und verzierten Eiern – dem Sinnbild des Lebens – geschmückt.
Heute werden an diesem Tag in den katholischen Kirchen die „Palmzweige“ geweiht. Da bei uns aber keine Palmen wachsen, werden einheimische Zweige je nach Gegend – immergrüne und besonders Weidenkätzchen – zu einem Buschen gebunden und auch heute noch vielfach – vor allem in Oberschwaben – mit ausgeblasenen Eiern verziert.
Dort bleiben diese „Palmen“ an Stöcken an der Hoftür das ganze Jahr stehen. In anderen Gegenden werden Zweige davon auf die Gräber der verstorbenen Angehörigen gesteckt oder ins Feld als Wunsch für die Fruchtbarkeit. Bekannt ist auch der fränkische Brauch, Brunnen mit grünen Girlanden mit bunten Eiern zu schmücken.
Edda Schmidt
NPD-Landesverband Baden-Württemberg
Amt für Kultur- und Brauchtumspflege






